Die Verdauung

1. Das obere Ende der Verdauung: der Mund

 

Bis das, was wir täglich an Nahrung zu uns nehmen, verdaut ist, vergehen gut drei Tage. Während dieses Vorgangs wird die Nahrung für unseren Körper in Energie umgewandelt. Die Verdauung beginnt bereits mit dem ersten Bissen im Mund. Dort wird die Nahrung von den Zähnen mechanisch zerkleinert und mit Speichel verflüssigt. Anschließend wird der Brei Portion für Portion die Speiseröhre nach unten befördert. Das geschieht reflexartig mittels wellenförmigen Bewegungen.

 

2. Der Magen

 

Ist der Brei am unteren Ende der Speiseröhre angelangt, öffnet sich der Magen und beginnt mit der Weiterverarbeitung. Dabei werden die Speisebissen mit Magensaft gründlich vermischt und sorgfältig durchgeknetet. Je besser die Nahrung bereits durch das Kauen zerkleinert wurde, desto weniger Magensäure wird zur weiteren Aufschlüsselung in die einzelnen Nahrungsbestandteile benötigt. Frühestens nach einer Stunde – bei schwer verdaulichen fettigen Speisen erst nach mehreren Stunden – wird der Mageninhalt über den Pförtner in kleinen Portionen an den Zwölffingerdarm, den ersten Abschnitt des Dünndarms, weitergegeben. Neben dem Zwölffingerdarm besteht der Dünndarm aus zwei weiteren Abschnitten, dem Leerdarm und den Krummdarm.

 

3. Dünndarm

 

Über die Darmwände des Dünndarms werden in etwa 90 Prozent der verdaulichen Bestandteile des Breis in den Blutkreislauf aufgenommen. Das geschieht über die Darmzotten an der Darm-Innenwand. Bevor die Nährstoffe aber ins Blut aufgenommen werden können, müssen sie in kleinste Teile zerlegt werden. Durch wiegende und knetende Bewegungen tritt die Oberfläche ständig wieder in Kontakt mit dem Speisebrei und durchmischt ihn. Der Dünndarm arbeitet dabei mit der Bauchspeicheldrüse zusammen. Diese produziert täglich bis zu eineinhalb Liter Bauchspeichel, der den sauren Speisebrei neutralisiert. Außerdem liefert sie wichtige Verdauungsenzyme für den Darm. Die Leber ist an der Verdauung nicht aktiv beteiligt. Allerdings fungiert sie als Entgiftungszentrale für Alkohol, Medikamente und Drogen. Wird besonders fettreich gegessen, muss die Gallenblase die Gallenflüssigkeit in den Zwölffingerdarm ausscheiden, wo sie für die Fettverdauung benötigt wird. Am Ende des Dünndarms bleibt nur mehr eine unverdauliche, halb flüssige Masse übrig, die aus Zellulose, Wasser und Bakterien besteht.

4. Dickdarm und Mastdarm

 

Im Dickdarm erledigen die Darmbakterien den Rest und holen noch die letzten für den Körper verwertbaren Nährstoffe aus dem verbleibenden Speisebrei. Diesem wird dabei Wasser entzogen, das ins Blut zurückgeführt wird, um den Wasserverlust im Körper möglichst gering zu halten. Was nach dem Eindicken und Verwerten übrig bleibt, also alles, was selbst der Dickdarm nicht mehr verwerten kann, verlässt den Körper als Stuhl über den Mastdarm.